wie es auch sein hätte können...

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wie es auch sein hätte können...

Beitrag  emj am Mo Jun 20, 2011 11:15 pm

Disclaimer: Kringge wird bei mir kein allzu großes Thema sein (find ihn etwas uninteressant), ebenso Micks Ex oder Tochter. Und sämtliche Rechte sind bei Sat1.

So dann mal los.

Genüsslich betrachtete der Mann den Sekundenzeiger des Weckers. Über sein Gesicht lag ein selbstzufriedenes, der Realität entrücktes Lächeln. Er seufzte tief und und zündete sich eine weitere Zigarette an. Zärtlich streichelte er das Foto von Tanja und stand auf. Es hätte auch Mick sein können.

Beschwingt holte sich Mick seinen ersten Becher Kaffee und grinste sogar Meisner freundlich an, als der sich neben den Automaten stellte. "Auch einen?" "Gerne..." Lässig schnippte Mick eine weitere Münze in den Schlitz und ging dann ins Büro. "Schon die neuesten Twitterfeeds überflogen?" meinte Mick ironisch. Andreas verdrehte genervt die Augen und fing an, eine Kurzzusammenfassung des aktuellen Falles zu geben. Wenig später saßen beiden in Micks Diplomat und fuhren zum Tatort. "Du pass ma auf, ich kenn da ein paar, die zwitschern die neuesten Neuigkeiten auch ohne Handy." raunte Mick im Blick auf die um den Tatort stehenden Passanten zu. Andreas sah Mick genervt an, der nur breit zurück grinste. "Wat is, ein gut gelaunter Mick am Morgen, vertreibt Kummer und Sorgen..."

Mit geübten Blick überflog Mick den Tatort, während er sich eine Kippe ansteckte. "Der Mann ist ungefähr 25 Jahre alt, muss in den frühen Morgenstunden wohl erschlagen worden sein. Aufgrund der weiteren Verletzungen kann ich aber noch 100 prozentig sagen, woran er gestorben ist." Mick taxierte die Leiche. "Schwarze Springerstiefel, schwarze Jeans, schwarzes Shirt. Andreas, find doch mal mit deinem schlauen Handy raus, wer oder was "Onedropkiller" sind. Und in welche Szene das uns führt.", während er auf den T-Shirtaufdruck deutete.

Angewidert stöhnte Andreas auf, als er die Homepage der "Onedropkiller" öffnete. Überrascht sah Mick zu ihm rüber. "Amerikanische Nazi-Band. Eine der ganz üblen Sorte. Sind hier anscheinend gerade auf Tour." "Das soll ein Nazi gewesen sein? Hätte ich eher in der Spontiszene vermutet." "Tja Mick, leider sind auch die Nazis mit der Zeit gegangen. Nix mehr mit Glatze und Baseballschläger. Mit Anzug und Krawatte fängt man mehr." Beide standen auf, um in Meisners Labor zu gehen. "Nun, mit was ist dieses Schwein verkloppt worden?" "Mick, eine andere Wortwahl, bitte." tadelte Andreas ihn. "Nee, du, wer so mit anderen Menschen umgeht, ist kein Mensch mehr." Etwas pikiert wich Andreas vor Micks Zeigefinger zurück. "Ich find die ja auch nicht ok, aber-" "Nicht ok?" Micks Stimme wurde lauter. "Aber trotzdem müssen wir den Mörder finden." Meisner versuchte die Situation etwas zu entspannen. "Dem Mann wurden mehrere Knochenbrüche zugefügt, ebenso hatte er mehrere innere Verletzungen an den Organen. Daran ist er letztlich verblutet. Allerdings wäre er wohl auch seinen Kopfverletzungen gestorben. Er wurde zu Tode 'gestiefelt'" "Da wollte wohl einer ganz sicher sein..." "Irgendeine Idee wie wir die Identität feststellen können?" "Lass uns doch mal mit dem Club anfangen, wo wollten die auftreten? In diesen Inzucht-Verein kennen sich ja die meisten..." "Im NA. Eine recht versteckte Kneipe im südlichen Industriegebiet." "Dann gehen wir doch mal zum Treffen Nationalits Anonymous." brummte Mick verächtlich.

"Alles ok?" fragte Andreas Mick, nachdem der heftig gehustet hatte. "Oh ja." raunte Mick grimmig. Beide standen vor der etwas runtergekommenen Baracke, zwischen mehreren Werkshallen. Zwischen verrosteten Gleissträngen, wuchsen Gräser meterhoch und überall waren Scherben und Zigarettenstummel verstreut. Mit voller Kraft spuckte Mick gegen die verkratzte Eisentür. Entgeistert starrte Andreas ihn an. Dieses Mal war es Mick, der genervt die Augen verdrehte. Prüfend rüttelte Mick am Türknauf. Unbemerkt von den beiden, wurden sie von der Lagerhalle aus, beobachtet. Der Schäferhund neben dem Mann, scharte ungeduldig mit der Pfote auf dem staubigen Boden. "Fass!" flüsterte er und der Hund hetzte auf die beiden zu. Mick keuchte vor Schmerz auf, als sich der Hund in seiner linken Wade verbiss. Andreas drehte sich um und wurde im nächsten Moment von einer Faust nieder gestreckt.

"Michael, da waren heute zwei Typen-" "Und was hast mit denen gemacht?" "Niedergetreten, was sonst?" "Gut. Daniel." Anerkennend klopfte Michael Daniel auf die Schulter. "Aber was wenn das Bullen waren?" fragte Daniel, in seiner Stimme schwang Besorgnis mit. "Und?" Michael zuckte mit den Schultern. "Scheiße, Mann, Thomas war im NA!" Michael baute sich vor Daniel auf. "Halt den Mund. Die wissen gar nichts. Aber wenn du dich weiter so bepisst, dann nehmen die Fährte auf. Thomas war ne linke Sau, und wer nicht mitmarschiert, muss weg." "Is ja schon gut." "Und jetzt mach hinne, die haben den Ort verlegt, die treten im Neuheidener Hof auf." Michael rückte die Hosenträger zurecht. "Das NA ist ihnen wohl zu gefährlich geworden." fauchte Michael sarkastisch.

Als Mick mit schmerzverzerrten Gesicht ins Foyer des Präsidiums kam, erntete er irritierte Blicke. "Ich wehr mich wenigstens!" blaffte er den nächstbesten an. "Is ja schon gut!" Abwehrend hob der Polizist die Hände und drehte um. Fluchend ging Mick in sein Büro und versuchte dabei so gut es ging, sein Bein nicht zu belasten. Ferchert allerdings fing ihn auf dem Flur ab. "Sag mal geht's noch? Einen Zeugen niederzuschlagen? Noch bevor er befragt wurde?" "Jetzt hör mir mal gut zu. Ich hab in der Pathologie ne Leiche liegen, deren Schlägertrupp Andreas ne gewaltige Gehirnerschütterung verpasst hat. Wenn sich die Glatzen gegenseitig verkloppen, ok, deren Hirn ist eh nicht mehr zu retten. Wenn sie uns aber feig von hinten angreifen, ist das was anderes." "Mann, man schlägt sich nicht mit Nazis!" "Was dann? Sie verklagen, bis ihnen das Geld ausgeht? Ne bessere Strategie ist euch in den letzten Jahren wohl nicht eingefallen..." "Ach komm lass es sein." Entnervt machte Ferchert auf dem Absatz kehrt. "Sag mal, zieht Ihr alle vor den Glatzen den Schwanz ein?" brüllte Mick hinterher.

Wütend ließ sich Mick in seinen Schreibtischstuhl fallen. Im nächsten Moment zündete er sich eine Kippe an und zog die Fallakte von Andreas Schreibtisch auf seinen. Währenddessen holte Tanja aus dem Erste-Hilfe Koffer mehrere Mullbinden, Pflaster und Desinfektionsspray und ging dann in Micks Büro. "Darf ich es mir anschauen?" Etwas gequält sah Mick Tanja an. "Das Hawaiihemd hat den Köter auch nicht aufgehalten." Tanja lächelte und half Mick vorsichtig aus dem Hemd. "Hat bei mir schon nicht funktioniert." Mick lachte auf und verzog das Gesicht. "So schlimm?" "Die haben gesagt, die hätten mir ein paar Rippen gebrochen." "Das hätte genäht werden müssen." Mick zuckte zusammen, als Tanja die Wunde säuberte. "Hab mich nur röntgen lassen." Tanja schüttelte lächelnd den Kopf. "Das hatten wir doch schon mal. Aus versicherungstechnischen Gründen musst du dich-" "von einem Amtsarzt untersuchen lassen. Ich weiß. Aber dann werd ich wegen ein paar Kratzern krankgeschrieben." "Darf ich wenigstens noch die anderen Wunden verarzten?" "Gib's zu, du willst nur meinen tollen Hintern sehen." Mick musterte Tanja, während sie ihn konzentriert weiter verarztete. Wie ihr die Locken immer wieder vors Gesicht fielen. Ihre dunklen Augen, ihre Lippen, ihre sanften Hände... Plötzlich war wieder dieses Gefühl da. Diese Spannung, die immer stärker geworden war. Die Lisa völlig in den Hintergrund drängte, ihn 20 fehlende Jahre vergessen ließ... Tanja spürte Micks Blicke und stand hastig auf. "Ähm. Zur Sicherheit solltest du diese Woche aber nochmals zum Arzt gehen. Nicht dass es noch zu einer Entzündung kommt." "Ach ja. Sind wir jetzt wieder Psychologin." Getroffen sah Tanja Mick an. Und machte auf dem Absatz kehrt.

Daniel stand vor der Bühne und brüllte die Texte mit, die ihm der Sänger der Band voller Hass entgegenspuckte. In der schwitzenden Masse fiel nicht weiter auf, dass ihm der Angstschweiß auf der Stirn stand. Dass er die Angst niederbrüllenen wollte, die Angst wegdreschen wollte, während die anderen einfach nur pogten. Zögerlich sah er in Michaels Richtung. Der ließ seine Fäuste ungeachtet fliegen und schien mit der Musik völlig eins zu sein. Eigentlich war Daniel überrascht, dass so grobschlächtige Kerle überhaupt ein Taktgefühl hatten. Im nächsten Moment streckte ihn ein anderer eine Flasche Bier entgegen, die Daniel dankbar in einem Zug austrank.

Mick saß ungeduldig in seinem Diplomat und schaute immer wieder prüfend auf sein Handy. Er hatte sich bei seinen Kollegen nach dem "Onedropkiller" - Gig erkundigt, nachdem ihm sein Gefühl sagte, dass im NA zumindest heute nichts laufen würde. Ihm war es um einiges wohler, dass er zumindest in diesem Fall alleine und vor allem nach seiner Methoden arbeiten konnte. Andreas, den er vorhin noch zu Hause besucht hatte, fiel zu sehr auf. Mick hatte versucht, sich so weit wie möglich wie ein Nazi anzuziehen. Uschi hatte zweimal geschluckt als sie ihn dann gesehen hatte. Da konnten Andreas und Ferchert noch so viel von Anpassung sagen, bei einem Rockkonzert tauchten einfach keine Anzugträger auf. Endlich klingelte sein Handy. "Neuheidener Hof" Mit quietschenden Reifen fuhr Mick los.


Zuletzt von emj am Mo Jun 27, 2011 8:50 am bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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Re: wie es auch sein hätte können...

Beitrag  emj am Mo Jun 20, 2011 11:16 pm

schreib morgen weiter, muss jetzt in die arbeit, kommentare gern gesehen
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Re: wie es auch sein hätte können...

Beitrag  lemontea am Di Jun 21, 2011 9:14 am

Eine sehr schöne Geschichte. Smile
Weiter so!
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Re: wie es auch sein hätte können...

Beitrag  Magenta am Mi Jun 22, 2011 10:40 am

Jip...bin gespannt wie es weitergeht!
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Re: wie es auch sein hätte können...

Beitrag  Gast am Mi Jun 22, 2011 11:43 am

Hey, super Geschichte. Ich bin auch gespannt darauf, wie es weitergehen wird.:-)

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Re: wie es auch sein hätte können...

Beitrag  emj am So Jun 26, 2011 4:25 am

sorry würd liebend gern weiterschreiben, aber ein gewitter hat mein internet/pc zubehör lahmgelegt. dauert leider noch etwas bis ich weiterschreiben kann. sorry
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Re: wie es auch sein hätte können...

Beitrag  emj am Mo Jun 27, 2011 8:51 am

endlich gehts weiter...

In sicherer Entfernung stellte Mick sein Auto hab. Langsam näherte er sich den alten Gasthof. Immer wieder waren dumpfe Musikfetzen zu hören. Als Daniel Martina sah, versuchte er auf die Toilette zu flüchten. Doch Martina erwischte in auf dem Flur. „Hast du etwas mit Thomas' Tod zu tun?“ „Sollte ich?“ Martina packte Daniel an den Hosenträgern: „Du wusstest, dass er rauswollte. Auspacken. Dass er sich schon bei Exit gemeldet hatte.“ Daniel sah auf den Boden. „Warst du es?“ Martina schüttelte Daniel. „Verdammt, lass mich doch in Ruhe!“ Daniel stieß Martina weg. Mick war vorm Eingang angekommen. Der eine Türsteher musterte ihn eindringlich. „Hab dich hier noch nie gesehen. Wo kommst'n her?“ „Von den Bullen.“ „Deutsch genug schauste aus, damit sie dich ohne Grund hochnehmen.“ Ohne weitere Fragen wurde Mick durchgewunken. Martina wollte nur noch raus. Michael kam auf Martina zu und bedrängte sie. „Wehe, du gehst zu den Bullen. Oder willst du so enden wie Thomas?“ Die Diskussion war Mick nicht entgangen. Wenn er sich die junge Frau schnappen konnte, kam er schon weiter. Plötzlich wurde es um ihn unruhig. „Das ist doch der Komabulle, oder?“ „Scheiße, ja!“ Die Stimmung schlug innerhalb eines Augenblicks gefährlich um. Entsetzt sah Martina zu, wie Mick von den anderen umringt wurde.

Insgeheim hatte Tanja gehofft, dass Mick noch in seinem Büro sein würde. Sie wollte die Situation von heute Mittag nicht einfach so unkommentiert stehen lassen. In den letzten Tagen hatte es oft genug geknirscht zwischen ihnen – wenn es nicht geknistert hatte. Vielleicht wusste Uschi, wo Mick war.

„Wollt ihr mich jetzt verkloppen? Ich bin noch einer der wenigen Bullen, der deutsch ist. Wär ich sonst hier?“ Michael trat aus dem Kreis und stellte sich vor Mick. „Glaub ich dir nicht.“ Plötzlich kam Mick Tanja in den Sinn, wie sie ihn tadeln würde und er musste lächeln. „Sachte ja? Ich bin nicht hier um euch zu verpfeifen.“ Dabei sah er eindringlich Martina an. „Ich will nur den Mord aufklären.“ „Lasst ihn gehen.“ Der Kreis öffnete sich. Wenig später stand Mick am Auto und rauchte eine. Erleichtert sah er, wie Martina auf ihn zu kam. „Wieso haste den gehen lassen? Der hätte nur richtig vermöbelt werden müssen.“ „Mann, seid ihr völlig bescheuert?“ herrschte Michael die anderen an. „Das ist der Komabulle, der lässt sich doch nicht von einer Schlägerei aufhalten. Je weniger Futter wir dem geben, umso länger haben wir unsere Ruhe. Wer hat den denn überhaupt reingelassen?“ „Uh. Sollen wir jetzt Angst haben?“ Daniel sah gespannt zu Michael hinüber. „Kommt haut ab, ich bin mir sicher, die nehmen auf der Suche nach dem Bullen die ganze Kavallerie mit.“ Als Michael später Martina bei Mick stehen sah, bekam er zum ersten Mal Angst.

Mick hatte Martina ins Präsidium mitgenommen und nun saßen beide in Micks Büro. „Gehst du noch zur Schule?“ Verlegen lächelte Martina. „Ja, aufs Gymnasium. Mit zwei Ehrenrunden.“ Überrascht sah Mick sie an. „Aufs Gymnasium? Und trotzdem läufst du bei diesen hirnverbrannten Untoten mit?“ „Ich weiß. Wir, also Thomas und ich wollten auch raus. Bevor unser Sohn auf die Welt kommt.“ Unbewusst legte Martina ihre Hand auf ihren Bauch. „Thomas hatte sich auch schon bei Exit gemeldet.“ „Exit?“ „Ja, das ist die Aussteigerorganisation für Neonazis. Gibt es noch nicht zu lange.“ „Wie bist du dann reingerutscht?“ „Ursprünglich waren wir mit den Oi/Skinheads unterwegs. Also mit Skinheads im ursprünglichen Sinne, unpolitisch, Ska und so.“ „Die kenn ich noch.“ „Die Clique zerstritt sich irgendwann, weil einige doch immer mehr mit den Nazis sympathisierten. Thomas und ich gingen halt zu den Neonazis mit. Zuerst hörten wir nur Onkelz. Aber irgendwann fängst an, auch Landser usw zu hören. Irgendwann fällt dir der ganze Rassismus, diese Homophobie gar nicht mehr auf. Thomas war da mehr verstrickt als ich. Wir haben beide das Denken aufgegeben. Erst als ich von meiner Schwangerschaft erfuhr, machte es klick. Und bei Thomas auch. Nur der konnte nicht so einfach raus. Eigentlich können es nur Michael und Daniel gewesen sein. Mit den anderen waren wir nicht mehr so eng befreundet. Ich glaub, Daniel will eigentlich auch raus, nur der traut sich nix ohne Michael.“ „Hm, kann sein. Wo war Thomas als letztes?“ „Im NA. Der Kiosk, wo-“ Martina stockte. „Der Kiosk liegt auf dem Weg zu unserer Wohnung. Thomas ist mit Daniel zum NA gefahren. Die müssen sich auf dem Heimweg gestritten haben, zu Fuß ist es zu weit. “

Unablässig starrte Martina aus dem Fenster, als sie mit dem Linienbus heimfuhr. Zuhause angekommen, riss sie als erstes die Reichsflagge von der Wand und trampelte wütend darauf umher. Sie konnte diese schwarz-rot-weiß gestrickte Welt einfach nicht mehr sehen. Als sie alles auf einen Haufen geschmissen hatte, sah sie erst wie sehr das alles ihre Welt eingeschränkt hatte. Die Scham brannte geradezu in ihr.


„Mick!“ Tanja strahlte richtig, als sie Mick in die Kneipe kommen sah. „So soll's sein, die Frau wartet brav zu Hause, bis der Mann nach Hause kommt. Was hast du denn Feines gekocht, Liebling?“ Uschi stellte Mick ein Glas Bier auf den Tresen. „So Mick, ich mach Schluss für heute. Wenn ihr nach oben geht, sperrt bitte zu.“ Daraufhin grinste Mick auffordernd Tanja an, die verlegen auf ihr Glas sah. Mick setzte sich neben Tanja und nahm einen Schluck. „Ich versteh's nicht. Wie kann man auf's Gymnasium gehen und trotzdem Neonazi sein? Und nichts dagegen tun?“ „Leider hat auch bei Gymnasiasten die Zustimmung zu antisemitische, rassistische oder homophobe Aussagen zugenommen. Bildung allein hilft nicht immer. Die Neonazis haben es zum Teil geschafft in strukturschwachen Gegenden Angebote wieder zu etablieren, die oberflächlich gesehen harmlos sind. Kindertagesstätten aufmachen, bei Hartz4-Anträgen helfen, in der Feuerwehr den Kommandant zu machen. Wenn dann ein Beamter denen gegenüber handgreiflich wird, kann man sich erst recht als unschuldig geben. Ferchert wollte nicht die Neonazis verteidigen. Macht man als Polizist zu wenig dagegen, ist man ein Sympathisant. Macht man zu viel, nimmt man ihnen die Menschenrechte. Einfach ausgedrückt.“ Schweigend saßen Mick und Tanja am Tresen. „Wo warst du überhaupt?“ „Mich mit Neonazis duellieren.“ Prüfend sah Tanja ihn an. „Kein blaues Auge, keine offene Wunde?“ „Nein.“ meinte Mick stolz und sah sie an. „Ich hab an dich gedacht und hab mich zurückgezogen.“ „An mich?“ „Ja, ich stand dem Nazi gegenüber und rechnete damit, im nächsten Moment eine rein zu bekommen. Und plötzlich dachte ich daran, wie du mir hinterher dann wieder eine Predigt halten würdest.“ „Meine Predigt ist schlimmer als von einem Neonazi geschlagen zu werden?“ „Nein, ich möchte die Zeit mit dir einfacher besser nutzen.“ „Mick – ich dachte, ein wenig Abstand würde uns gut tun.“ Mit hochgezogenen Augenbrauen sah er sie an. „Du wartest bei mir zu Hause und nennst das Abstand halten?“ „Ich weiß. Aus beruflicher Sicht ist das das einzig richtige. Aber es fühlt sich so falsch an.“ Wieder schweigend sah Tanja auf ihr leeres Glas. „Ich glaub, ich geh jetzt lieber.“ „Ich begleite dich.“ Tanja lehnte dankend ab, wirkte aber nicht sehr überzeugend. „Also gut.“

Nachdem sie schon eine Weile still nebeneinander hergegangen waren, nahm Mick wie selbstverständlich Tanjas Hand in seine. Ihr Herz pochte daraufhin um einiges schneller, sie blieb stehen. Vielleicht nur um die Zeit aufzuhalten. Um die mahnenden Gedanken aufzuhalten, die nur darauf warteten alles niederzumachen. Wenn er sie jetzt küssen würde... Mick selbst aber war verblüfft, welches Herzklopfen er auf einmal hatte und wie wenig er wusste, was er jetzt machen sollte. Mit Lisa war es einfach. Einmal den richtigen U2 – Song gewählt und er durfte mit Lisa ausgehen. Damals wusste er, was seine Aufgabe war, was er wie zu tun hatte. Aber jetzt stand er vor einer Frau, die ihn völlig niedergestreckt gesehen hatte, die ihn mehr beschützt hatte, als jeder anderer zuvor. Und trotzdem noch immer vor ihm stand. „Tanja – ich hab so viel Zeit verloren. Ich will mich nicht die nächsten 20 Jahre fragen müssen, warum ich nicht dich gewonnen habe. Tanja, ich hab mich in dich verliebt und wenn du das gleiche fühlst, lass es uns probieren.“ Diese Offenheit überwältigte Tanja vollends, ohne anders zu können, löste sie sich von ihm. Und drehte sich um. Mick sah noch ihre Richtung, als sie schon gar nicht mehr zu sehen war.

Von Dahlke drehte eine weitere Runde um den See. Immer wieder dachte er an die gestrige Szene mit seinem Sozialbetreuer. Der hatte nur wissen wollen, ob die Frau auf dem Foto eine Freundin von ihm war. Schuldbewusst hatte Dahlke sofort das Foto aus dem Rahmen genommen und in den Mülleimer geschmissen. Kaum als der Betreuer weg war, hatte er es allerdings wieder rausgefischt.

Daniel sah auf die Uhr. Nachdem er nach Hause gekommen war, hatte er nicht einschlafen können. Mehrmals tippte er Martinas Nummer auf seinem Handy ein. Beim fünften Mal rief er sie tatsächlich an. „Hast du mit ihm geredet?“ „Hey, es ist mitten in der Nacht.“ „Hast du?“ „Ja.“ „Und?“ „Red mit ihm, der ist echt in Ordnung. Ich geb dir seine Nummer.“ Daniel stand auf und sah auf die Reichsflagge, die über seinen Bett hing. Mit zitternder Hand wählte er Micks Nummer. „Ich glaub, ich hab einiges zu sagen.“ Geradezu dankbar hatte Mick den Anruf angenommen. Nachdem Tanja so überstürzt gegangen war, hatte er sich ein Taxi gerufen und ließ sich zurück zum Präsidium fahren. Mick wartete vor dem Eingang auf Daniel. Als Daniel dann vor ihm stand, schien alles Bedrohliche von ihm abgebrochen zu sein. Micks angebotene Zigarette nahm Daniel dankbar an.

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Re: wie es auch sein hätte können...

Beitrag  emj am Di Jun 28, 2011 8:40 am

Daniel umklammerte die Tasse Kaffee fest. „Ich weiß, dass mit den Juden war scheiße und so. Eigentlich sind die mir egal, kenn ja gar keinen.“ Abwartend sah Daniel Mick an. „Aber das ist nicht das, was du mir sagen wolltest.“ „Nein. Nicht wirklich.“ „Junge, wir wissen beide, dass du ganz tief in der Scheiße steckst, auch wenn du letztendlich nicht für Thomas' Tod verantwortlich sein solltest. Du bist mindestens mit Körperverletzung mit Todesfolge dran und von den Glatzen wegzukommen is noch mal ne ganz andere Geschichte.“ Daniel setzte mehrmals an, bis er endlich zum reden anfing.

Tanja schloss die Wohnungstür hinter sich und blieb unschlüssig im dunklen Flur stehen. An Yoga war um diese Uhrzeit nicht mehr zu denken. Sie hatte gedacht, wenn sie erst mal in ihrer Wohnung war, würde sie wieder ruhiger werden. Andererseits waren jetzt sämtliche Geräusche von der nächtlichen Großstadt weg, die ihre eigenen Gedanken etwas dämpfen konnten. Er ist mein Patient. Der Gedanke trieb ihr Tränen in die Augen.

Von Dahlke legte die Kassenzettel sorgfältig nach Datum sortiert neben die Tastatur. Mühsam begann er mit dem 10-Finger-System die Zahlen in die Tabelle einzutragen. Obwohl er auch so wusste, dass es bis zum Monatsende sehr knapp werden würde. Immer wieder wanderte sein Blick zu der Stelle, an der Tanjas Foto gestanden hatte. Gleich nachdem er heute morgen aufgestanden war, hatte er das Foto erneut in den Müll geworfen und den Müll zur Tonne gebracht.

Mick hatte mit Daniel mehr als 2 Stunden im Büro gegessen. Um kurz vor sechs Uhr konnte er endlich den Haftrichter anrufen und Daniel abführen lassen. Im Grunde hatte Daniel das gesagt, was sich Mick schon gedacht hatte. Jetzt mussten nur noch die Testergebnisse die Bestätigung bringen. Aber das war Meisners Sache. Er selbst wollte erst einmal zum Duschen gehen. Vielleicht konnte er so wieder etwas konzentrierter werden. Auf dem Weg zur Sporthalle begegnete er jedoch Tanja. Unangenehm berührt blieben beide stehen. „Manche Dinge brauchen Zeit, die wichtigen auf jeden Fall immer.“ Müde winkte Mick ab und schob ein gemurmelte: „Ich kann mich auch nochmal 20 Jahre ins Koma legen.“ hinterher. „Was?“ Tanja sah ihn irritiert an. Aber Mick ging einfach. In der Dusche lehnte er sich gegen die kühlen Fliesen und ließ das Wasser auf sich prasseln. Nachdem sich Tanja schon nicht entscheiden konnte, welche Teesorte sie heute wählen sollte und sie nicht noch einen Kommentar von Meisner oder ein blödes Grinsen von Ferchert ernten wollte, fuhr sie zu Uschis Kneipe. Zaghaft klopfte sie ans Fenster. Überrascht sah Uschi auf und lächelte dann. „Tanja!“ Uschi umarmte Tanja herzhaft. „Wenn du Mick suchst, der ist gar nicht heimgekommen.“ „Eigentlich wollte ich zu dir.“ „Na denn setz dich erst mal.“ Nachdem Tanja einmal tief durchgeatmet hatte, platzte sie mit der Neuigkeit raus: „Mick hat mir gestern gesagt, dass er sich in mich verliebt hat!“
„Das ist doch toll!“ „Ja, aber-“ „Willst du ihn nicht?“ „Nein.“ antwortete Tanja verträumt. Micks Gedanken kreisten nach wie vor nur um Tanja. Und da es ihn eh hungerte, machte er sich zu Fuß auf den Weg zu Uschi. Zwischendurch sah er immer wieder Pärchen, die sich verliebt küssten, was ihm etwas weh tat. Bei Uschi angekommen, setzte er sich ans Klavier und wollte schon zu spielen anfangen, drehte sich dann aber um und sah Uschi an. „Ich versteh's nicht. Da sag ich ihr, welche Gefühle ich hab und sie haut ab.“

Wütend schnürte sich Michael seine Stiefel zu. Einer der anderen Kameraden hatte ihm gesteckt, dass Daniel groß ausgepackt hatte. Vorsorglich steckte er sein Klappmesser ein. Auf dem Weg zu Daniels Wohnung hörte Michael immer wieder Kategorie C – CDs an. Daniels Mutter öffnete die Tür und wollte ihn gerade grüßen, als Michael sie am Kragen packte und anherrschte: „Wo ist die Zecke?“ „Meinst du Daniel? Ich weiß, er kam heute Nacht nach Hause, ist aber irgendwann wieder gegangen. Und wie redest du überhaupt über meinen Sohn?“ „Dein Sohn? Dein Sohn, die linke Sau, hat uns alle verraten! An die Bullenschweine hat er sich angewanzt, damit er ja seine eigene feige Haut retten kann!“ Mit aller Kraft versucht Daniels Mutter Michael wegzudrücken. „Das war das einzig Richtige, hoffentlich hat er soviel ausgepackt, dass sie dich für lange Zeit wegsperren können. Du bist doch nicht mehr sauber!“ Hasserfüllt sah Michael sie an und rammte ihr mit voller Wucht seinen Kopf gegen ihren Brustkorb.

Hastig tippte Tanja ihre Mitteilung zu Micks Therapiestatus zusammen und konnte es kaum erwarten, sie ausgedruckt in den Händen zu halten. Dann schnappte sie sich die Akten für die Gruppenraum und eilte aus dem Büro. Mick sah überrascht vom Kaffeeautomaten auf. „Jetzt hetz doch nicht so!“ Überrascht blieb Tanja stehen. So eine Aussage hatte sie von Mick nicht erwartet. Mick lächelte sie sanft an. „Wenn du es weißt, sag einfach ja oder nein. Ich kann warten.“ „Mick, dein Kaffee!“ Freudestrahlend sah Tanja Mick hinterher und meinte überzeugt: „Ja.“ Die Mitteilung bei Ferchert abzugeben, vergaß sie dann.

Cornelia Baumeister rückte ihre Uniform zurecht und unterschrieb dann die Kontrollliste. Sie sperrte den Gruppenraum und begann die Stühle aufzustellen. Danach setzte sie für Tanja Teewasser auf und kochte eine Kanne Kaffee. Immer wieder sah sie auf ihre Uhr. Normalerweise war Tanja pünktlich, auch um noch kurz den groben Ablauf der Gruppenstunde zu besprechen. Als Tanja etwas abgehetzt ankam, atmete sie erleichtert auf. Zwar hatte es Tanja im Gespräch mit ihr geschafft, ihr den größten Teil ihrer Angst zu nehmen, aber ganz weg war sie nicht. Wenigstens hatte wurde sie von Tanja im Gegensatz zu ihrem Vorgesetzten ernst genommen. „Entschuldigung, dass ich zu spät komme. Ich musste nochmals ins Präsidium zurück, ich habe die Akten vergessen. Da heute die letzte Sitzung in diesem Quartal ist, müssen die Teilnehmer heute eine Eigenbeurteilung abgeben und sich von mir eine Beurteilung anhören, da kann es manchmal etwas lauter werden.“ Von Dahlke las sich seinen Zettel nochmals durch und ging dann festen Schrittes zum Gruppenraum. Er hatte sich als Vorbereitung ein paar Gedanken aufgeschrieben und hoffte, dass das gut ankommen würde. Er wollte es dieses mal nicht an seiner mangelnden Mitarbeit scheitern lassen. „Ich will nur noch schnell telefonieren, ok?“ Tanja ging nochmals raus und tippte Micks Nummer ein. „Mick, holst du mich nach der Stunde ab? Ich hab mich entschieden.“

Michael sah abschätzig auf die am Boden liegende Frau und gab ihr noch einen Fußtritt. Dann wischte er verächtlich das Blut von seiner Platzwunde weg und rannte die Treppen hinab. Dort wurde er indes von zwei Streifenpolizisten aufgehalten, die ihn ins Präsidium brachten. Michael und Mick musterten sich gegenseitig angewidert. „Immer noch stolz einer der wenigen deutschen Bullen zu sein? Oder wird der Nationalstolz wieder in der hintersten Ecke verstaut, nachdem du ihn nicht mehr brauchst?“ fragte Michael süffisant. „200 € Ordnungsgeld für den Bullen und gleich nochmal 200 € für das Du.“ Jetzt grinste Mick süffisant.

„Herr von Dahlke, auch wenn Sie sich häufig melden, haben Sie bisher kaum etwas über sich gesagt. So kommen Sie nicht weiter.“ „Bei der letzte Gruppe bin ich rausgeflogen, weil ich mich zu wenig gemeldet habe.“ Von Dahlkes Stimme wurde lauter. „Sie fliegen nicht raus, weil Sie sich zu wenig melden. Aber Sie werden vorübergehend von Gruppe ausgeschlossen, wenn Sie sich nicht endlich qualitativ einbringen.“ Gespannt schaute Baumeister zu von Dahlke hinüber. „Ja, klar, das wird mir dann wieder negativ ausgelegt, von wegen Bewährungsauflagen. Da kann ich mich doch gleich wieder einkassieren lassen.“ Tanja stand auf und ging auf ihn zu. Baumeister griff zu ihrem Waffenholster. Von Dahlke begann Tanja mit einer wahren Schimpftirade zu überziehen. „Herr von Dahlke, Sie wissen, dass ich nicht das letzte Wort bei den Bewährungsauflagen habe. Ich kann nur eine Empfehlung abgeben, basierend auf Ihre Beiträge. Sie wissen, was ich verlange. Und es gibt klare Regeln: Keine verbale Angriffe gegenüber anderer. Entweder Sie beruhigen sich jetzt oder Frau Baumeister muss Sie aus dem Raum begleiten.“ Verzweifelt sah von Dahlke Tanja an, packte sie an den Armen und begann sie zu schütteln. „Das war meine letzte Chance und Sie machen sie kaputt!“ Rasch zog Baumeister ihre Pistole und feuerte einen Schuss ab. Entsetzt sah von Dahlke zu Baumeister und ließ Tanja los. Während Tanja ohnmächtig zusammenklappte, realisierte Cornelia wen sie tatsächlich getroffen hatte.
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Re: wie es auch sein hätte können...

Beitrag  emj am Di Jun 28, 2011 9:03 am

Einer der Teilnehmer hatte den Notarzt gerufen. Mick war inzwischen auch angekommen und sah mit Entsetzen, dass die Sanitäter seine Tanja versorgten. Er stürzte zu ihr hin und begann ihre Wange zu streicheln. „Tanja, bleib da. Tanja, ich bleib da.“ Einer der Sanitäter drängte ihn etwas ab und fragte ihn dann: „Wer sind Sie überhaupt?“ „Ich bin ihr-“ „Ihr Lebensgefährte.“ „Wir bringen sie ins Zentralklinikum, dann können Sie ja dann auch hinfahren, aber jetzt halten Sie uns bitte nicht länger auf.“ Mit Blick auf ihr blutverschmiertes T-Shirt fragte Mick verstört: „Was ist denn überhaupt passiert?“ „Sie wurde angeschossen.“ Ohne ein weiteres Wort zu Mick stiegen die beiden ein und fuhren los. Mick trat mit voller Wucht gegen die nächstbeste Mülltonne.

Ende.
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Re: wie es auch sein hätte können...

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